{"id":493,"date":"2021-04-07T10:00:00","date_gmt":"2021-04-07T10:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/lektueren-verstehen.de\/infothek\/?p=493"},"modified":"2021-04-06T12:36:11","modified_gmt":"2021-04-06T12:36:11","slug":"barock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/lektueren-verstehen.de\/infothek\/literaturgeschichte\/barock\/","title":{"rendered":"Barock (1600-1720)"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Inhalt<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Begriff<\/li><li>Weltbild<\/li><li>Historischer Hintergrund<\/li><li>Die Barockdichtung<ul><li>Reform der deutschen Dichtung<\/li><li>Motive der Barockdichtung<\/li><li>Lyrik im Barock<ul><li>Figurengedichte<\/li><li>Liebeslyrik<\/li><li>Die Sonettdichtung des Andreas Gryphius<\/li><li>Kirchenlied<\/li><li>Epigramme<\/li><li>Lyrik im Sp\u00e4tbarock &#8211; Hoffmannswaldau<\/li><li>Wandel in der Barocklyrik<\/li><\/ul><\/li><li>Das Theater im Barock<ul><li>Das Jesuitendrama<\/li><li>Deutsches Kunstdrama<\/li><li>Schuldrama<\/li><li>Oper<\/li><li>Kom\u00f6die<\/li><\/ul><\/li><li>Die Prosa im Barock<ul><li>Der Barockroman<ul><li>Der h\u00f6fisch-historische Roman<\/li><li>Der Sch\u00e4ferroman<\/li><li>Der Niedere Roman<\/li><\/ul><\/li><\/ul><\/li><\/ul><\/li><li>Literarische Formen<\/li><li>Vertreter<\/li><li>Werke<\/li><li>Zusammenfassung<ul><li>Inhaltliche Merkmale<\/li><li>Hauptvertreter und Werke<\/li><li>Formale Merkmale<\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Begriff<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das Wort <em>Barock<\/em> kommt vom Portugiesischen &#8222;barroca&#8220; und bedeutet &#8222;schiefrunde Perle&#8220;. Die Bezeichnung f\u00fcr <em>barock<\/em> als Adjektiv wurde daher zun\u00e4chst abwertend gebraucht. Der Begriff <em>Barock<\/em> als Epochenbezeichnung setzte sich erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Weltbild<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das Weltbild des Barock war gepr\u00e4gt von der Antithetik in allen  Lebensbereichen, zerrissenen Lebensgef\u00fchlen, Verg\u00e4nglichkeitsbewusstsein, Todesangst durch den Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg,  mystisch-religi\u00f6se Schw\u00e4rmerei und fanatischen Glauben. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Historischer Hintergrund<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Mit dem Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg (1618-1648) erlebte das Deutsche Reich  einen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Verfall. Etwa ein Drittel des deutschen Volkes kam dabei um. Doch waren nicht nur hohe  Kriegsverluste daf\u00fcr verantwortlich, sondern das W\u00fcten der Pest in fast  allen St\u00e4dten.<br>Nach dem Ende des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges bildete sich in Deutschland  der Territorialabsolutismus heraus, bei dem sich Territorien neue  Befugnisse verschafften. Die Einflussnahme des Staates griff auf alle  Lebensbereiche, wie Erziehung, Bildung, Wirtschaft und Kirche und machte  klare Vorgaben. Das Leben an den absolutistischen F\u00fcrstenh\u00f6fen hatte den franz\u00f6sischen Absolutismus in Versailles zum Vorbild. Luxuri\u00f6se Bauten wurden errichtet und ein verschwenderisches Leben gef\u00fchrt.<br>Im 17. Jahrhundert pr\u00e4gten nicht nur \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse das Deutsche Reich  nachhaltig, sondern auch innere Konflikte. Auf dem Lande brachen  Bauernaufst\u00e4nde und Bauernkriege aus, in den St\u00e4dten kam es zu sozialen  Unruhen: die Juden- und Hexenverfolgungen wurden weit ausgebreitet. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Die Barockdichtung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Reform der deutschen Dichtung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">W\u00e4hrend in der Renaissance die Dichtungen noch vorwiegend in Lateinisch  geschrieben worden waren, so wurden sie im Barock allm\u00e4hlich von der  deutschen Sprache abgel\u00f6st.<br>F\u00fcr die Literaturreform an sich steht Martin Opitz mit seinem Werk <em><strong>Buch von der Deutschen Poeterey<\/strong><\/em> (1624). Es war die erste deutschsprachige Poetik und enthielt Vorschriften f\u00fcr Verse und Textverfassungen f\u00fcr beinahe alle Gattungen  Sie war eine Regelpoetik: &#8222;Damit aber die syllben vnd worte in die reime recht gebracht werden \/ sind nachfolgende lehren in acht zue nehmen.&#8220;  (Kapitel 7). Opitz&#8216; Intention war es, eine Anleitung f\u00fcr regelgerechtes Dichten aufzustellen, nach der sich deutsche Dichter richten sollten. Opitz ging dabei deduktiv vor. Am bedeutendsten ist der Abschnitt,  welcher die metrischen Vorschriften f\u00fcr Sonette, Epigramme und Lieder  erl\u00e4utert. Zum Beispiel sollte der Alexandriner nur in Sonetten und  Epigrammen verwendet werden. Martin Opitz lehnte in seiner Poetik das  silbenz\u00e4hlende (quantitierende) Versprinzip der antiken griechischen und  lateinischen Dichtungen ab, und setzte sich f\u00fcr die Verwendung des  alternierenden Versprinzips (Jambus und Troch\u00e4us) ein, das der deutschen  Sprache am besten entspreche. F\u00fcr Opitz war die Einteilung der Inhalte an Genres gebunden, d.h. bestimmte Genres eigneten sich f\u00fcr die Darstellung bestimmter Inhalte. Da f\u00fcr Opitz die Poesie an den Vers  gebunden war, erkl\u00e4rt dies auch, warum Prosaformen, wie der Roman,  fehlen. Opitz stellte eine Hierarchie der Gattungen auf, bei der an erster Stelle das Epos als h\u00f6chste Form der Dichtung stand, gefolgt vom  Drama an zweiter Stelle und der Lyrik an letzter Stelle. Lyrik war f\u00fcr  Opitz weniger heroisch als Epos und Drama, und zeichnete sich durch ihre  K\u00fcrze gegen\u00fcber der L\u00e4nge beim Epos aus. Lyrik wurde von Opitz jedoch  nicht als Gattungsbegriff, sondern als Genrebezeichnung gebraucht.<br>Die Barockdichter hielten sich auch meist an die Vorgaben, denn der  barocke Leser erwartete von ihm, dass das Werk einer bestimmten Gattung  den Vorgaben entsprach. Nur selten wurden bestimmte Vorgaben ein wenig  abge\u00e4ndert. Die Dichtungen des Barock sind daher keine  Erlebnisdichtungen, da Formen als auch Themen vorgegeben wurden.<br>Die deutsche Sprache setzte sich \u00fcberall in der Dichtung durch. Doch die  politische und religi\u00f6se Trennung des Reiches f\u00fchrte dazu, dass es auch bald in der Literatur und im kulturellen Leben zu einer Spaltung kam: viele katholische Dichter kannten die protestantische Literaturreform nicht an und so wurden in katholischen Gebieten weiterhin haupts\u00e4chlich lateinische Dichtungen niedergeschrieben. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Motive der Barockdichtung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\"><strong>Antithetik:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-1 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Diesseits<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Ewigkeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Schein<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Spiel<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Lebensgier<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Aufbau<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Bl\u00fcte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">carpe diem<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Erotik, Wollust<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Wohlstand<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Gesundheit<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Jenseits<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Zeit<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Sein<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Ernst<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Todesbewusstsein<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Zerst\u00f6rung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Verfall<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">in memento mori<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Tugend, Askese<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Armut<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-background has-text-align-center has-very-dark-gray-color has-very-light-gray-background-color\">Krankheit<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die starken Gegens\u00e4tze und Spannungen lie\u00dfen ein  Verg\u00e4nglichkeitsbewusstsein aufkommen, das sogenannte Vanitas-Motiv.  Dieses f\u00fchrte in vielen barocken Werken zur Hinwendung zu Gott oder zur  Weltflucht. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Lyrik im Barock<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">In der Lyrik waren Sonett, Elegie, Epigramm und Ode die  vorherrschendsten Formen. Beliebt waren auch die Figurengedichte. Mit  seinen <em>Oden und Ges\u00e4ngen<\/em> (1618\/19) schuf Georg Weckherlin den Beginn einer neuhochdeutschen lyrischen Kunstdichtung. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Figurengedichte<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\"><strong>Kreuzgedicht &#8211; Catharina Regina von Greiffenberg<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p> Seht der k\u00f6nig k\u00f6nig h\u00e4ngen!<br> und uns all mitt blutt bespr\u00e4ngen<br> auss der d\u00f6rner wunden bronnen<br> ist All unsser heyl geronnen<br> seine augen schliest Er sacht!<br> und den Himmel uns aufmacht<br> Seht Er Streket Seine Hend auss uns freundlichst Zuentfangen!<br> Hatt an sein Liebheisses Herz uns zu dr\u00fcken br\u00fcnst verlangen!<br> Ja Er neigt sein liebstes haubt uns begihrlichest zu k\u00fcssen<br> All Sein Sinn geb\u00e4rd und werk seyn zu unser Heyl geflissen!<br> Seiner seitten offen stehen<br> Macht seyn g\u00fcttig Herze sehen!<br> Wann Wir schauen mitt den Sinnen<br> Sehen Wir uns selbst darinnen!<br> So Viel striemen so Viel Wunden<br> Alss an seinen leib gefunden<br> So Viel Sieg und Segen kwellen<br> Wollt&#8216; er unser seel bestellen,<br> Zwischen Himel und der Erden<br> wollt&#8216; Er auf geopfert werden<br> Dass Er gott und uns verglihen<br> uns Zu sterken Er Verblihen<br> Ja sein sterben hatt das Leben<br> Mir und Aller Weltt gegeben!<br> Jesu&#8216; Christ dein Tod und schmerzen<br> Leb&#8216; und schweb&#8216; mir stett im Herzen! <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\"><strong>Todten-Bahre &#8211; Johann Christoph M\u00e4nnling<\/strong><\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Mein Wanderer steh still allhier \/<br>Es liegt der Jugend-Glanz und Zier \/<br>Auf dieser schwarzen Todtes-Baare \/<br>Das Leich-Tuch deckt die muntren Jahre \/<br>Jedoch der Nach-Klang \/ rufft noch aus:<br>Hier ist der Ruh ihr sichres Hau\u00df \/<br>Dahin der Seelige den matten Leib verstecket \/<br>Bi\u00df einsten Sand und Grau\u00df \/<br>Wird durch den Lebens-Geist des H\u00f6chsten stehn erwecket \/<br>Da wird der Tod \/ Gleich Phoenix Bruth \/<br>Und sein Geboth \/ In frischem Muth \/<br>Wie Erz\u00df zergehn \/ I\u00dft bleibt der Ruhm \/<br>Er aber stehn \/ Sein Eigen-Thum<\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Liebeslyrik<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der herausragendste Liebeslyriker war Paul Fleming. Seine Liebesgedichte  hatten die Sch\u00f6nheit der Liebe, deren Wesen und Wirkung zum Thema.  Formal richteten sie sich jedoch streng nach den von Martin Opitz  vorgegebenen Normen und Stilen. Die Formen der Liebeslyrik waren  entweder Sonett oder Lied\/Ode. Im Sonett konnte die Antithetik gut  umgesetzt werden, doch wurden auch volksliednahe Lieder und Oden  geschrieben, die sich einem gr\u00f6\u00dferen Gesellschaftskreis durchsetzen  konnten. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Die Sonettdichtung des Andreas Gryphius <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Im Mittelpunkt des Werkes von Andreas Gryphius stehen Verg\u00e4nglichkeit  (Vanitas) und Leid der Welt. Auch seine Gedichte richten sich nach den  Normen von Martin Opitz. Gryphius&#8216; bekanntestes Sonett ist <em><strong>Thr\u00e4nen des Vaterlandes Anno 1636<\/strong><\/em>,  in welchem er den Schrecken des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges und die Qualen und Plagen der Menschen beschreibt. Die Leiden und Verg\u00e4nglichkeit des  Menschen werden in seinem Sonett <em><strong>Menschliches Elende<\/strong><\/em>  besonders deutlich. Mit grotesken Worten beschreibt er darin den  Zustand des Menschen und der Gesellschaft. In seinen scheinbaren  Naturgedichten entpuppen sich die Naturgegenst\u00e4nde als Metaphern, die  erst erschlossen werden m\u00fcssen, so auch in seinem Sonett <em><strong>An die Welt<\/strong><\/em>. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Kirchenlied<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Beim Kirchenlied unterscheidet man zwischen dem Protestantischen und dem Katholischen Kirchenlied. Der ber\u00fchmteste Vertreter des  protestantischen Kirchenliedes war Paul Gerhardt (z.B. <em>Abendlied<\/em>).  Er setzte, auch wie andere Dichter, Evangelien und Passionen in Verse um. <br>Das Katholische Kirchenlied \u00e4hnelte mehr dem deutschen Volkslied. Ein bedeutender Vertreter dieser Gattung war Friedrich Spee. Auch einige  katholische Lieder waren \u00dcbersetzungen lateinischer Texte. Die v.a.  s\u00fcddeutschen katholischen Lieddichter lehnten die Neuerungen der  Protestanten ab, und behielten gr\u00f6\u00dftenteils ihre alten Formen bei. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Epigramme<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Zu den wichtigsten Epigrammdichtern des Barock geh\u00f6rt Friedrich von  Logau. Jedoch sind ein Teil der von ihm stammenden Epigramme  \u00dcbersetzungen Lateinischer und er hielt sich nicht streng an die Vorgaben der Opitzschen <em>Poeterey<\/em>. Logaus Epigramme erschienen 1654 unter dem Titel <em>Deutscher Sinn-Gedichte drey Tausend<\/em>. Die Sammlung enth\u00e4lt aber etwa 500 Gedichte mehr, als ihr Titel angibt. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Lyrik im Sp\u00e4tbarock &#8211; Hoffmannswaldau <\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der herausragendste Vertreter der sp\u00e4tbarocken Lyrik war zweifelsohne  Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau. Sein Werk \u00fcbte eine  aufkl\u00e4rerische Kritik und stellte somit einen Gegensatz zur den vorigen  Lyrikern dar. Die Leser wurden so in Verbl\u00fcffung und Verwunderung  versetzt. Hoffmannswaldau verwendete auch gerne Sinn- und Wortspiele,  die Concetti. Bekannt wurde Hoffmannswaldau auch durch seine erotischen Dichtungen, die von den Grundthemen &#8222;Carpe diem&#8220; (Nutze den Tag) und  &#8222;Memento mori&#8220; (Gedenke zu sterben) durchzogen waren; <em><strong>Verg\u00e4nglichkeit der Sch\u00f6nheit<\/strong><\/em> ist eines der bekanntesten davon. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Wandel in der Barocklyrik<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Gegen Ende des Barocks kam es zu einem Wandel in der barocken Lyrik.  Bezeichnend f\u00fcr diese \u00c4nderung steht Johann Christian G\u00fcnther, dessen  Werke teils autobiographische, teils schon aufkl\u00e4rerische Z\u00fcge zeigten.  Er stellt in der Lyrik somit das Bindeglied zwischen Barock und Aufkl\u00e4rung dar. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Das Theater im Barock<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das Theater im Barock wurde von den meisten Dramaturgen als Welttheater angesehen, ausgehend davon, dass &#8222;die Welt ein Theater ist&#8220;. Allerdings konnten die deutschen Theaterdichter den Europ\u00e4ischen, wie Shakespeare, Moli\u00e8re, Corneille oder Monteverdi, kaum etwas entgegensetzen, da es in Deutschland kein Nationaltheater gab. Zum Theater des Barock in Deutschland z\u00e4hlten daher nur Laienspiel, Wandertheater, Ordensdramen, Schultheater, Hoftheater und die Oper. Eine der wichtigsten Neuerungen im deutschen Theater war, dass die Frauenrollen nicht mehr von den M\u00e4nnern gespielt wurden. Die St\u00e4ndeklausel blieb im Barock fest  bestehen: die Trag\u00f6die handle von hochgestellten, adligen Personen; die Kom\u00f6die handle von niederen Menschen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Das Jesuitendrama<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Das Jesuitendrama ist ein katholisches Drama, welches nach dem  Jesuitenorden benannt wurde. Die Jesuiten waren Anh\u00e4nger der  Gegenreformation. Deutlich wird dies schon in der Sprache, in welcher sie die Dramen verfassten: Lateinisch. Die Grundthemen der  Jesuitendramen sind die Suche nach dem wahrem Glauben und Kampf gegen die Ketzer. Der bedeutendste Jesuitendramaturg war Jakob Bidermann (z.B.  <em>Cenodoxus<\/em> (1602)). Vor allem in seinen Dramen findet man die Abwendung von den humanistischen Idealen und die Zuwendung zum Individuum. Die wichtigsten Typen des Jesuitendramas sind Heiligen- und M\u00e4rtyrerdrama. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Deutsches Kunstdrama<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die Entwicklung eines deutschen Kunstdramas ging von Martin Opitz aus,  der an die St\u00e4ndeklausel wieder erinnert: die Kom\u00f6die handle von  Menschen der unteren Schichten, die Trag\u00f6die von hohen Pers\u00f6nlichkeiten  der oberen Schichten; und antike, humanistische Dramen, z.B. Sophokles,  \u00fcbersetzte. Andreas Gryphius schuf das erste Kunstdrama: <em>Leo Armenius \/ Oder F\u00fcrsten-Mord<\/em>.  Dabei handelt es sich um ein M\u00e4rtyrerdrama, in welchem Verg\u00e4nglichkeit und Nichtigkeit des Menschen dem M\u00e4rtyrer gegen\u00fcberstehen. Gryphius&#8216; bekanntestes Drama ist <em>Catharina von Georgien, Oder Bew\u00e4hrte Best\u00e4ndigkeit<\/em>. Nach Gryphius ist es Lohenstein, der zum wichtigsten Barockdramaturg avanciert. Das Thema des Dramas wechselt von Heiligen- und M\u00e4rtyrerdrama zum heidnischen Drama. In <em>Cleopatra<\/em> von Lohenstein wird z.B. die Konfrontation der R\u00f6mer mit den Afrikanern dargestellt. Lohensteins  Werke sind auch durchstreift von politischen Auseinandersetzungen. Die verwendete Versform im Kunstdrama war der Alexandriner. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Schuldrama<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Beim Schuldrama muss man eine Unterteilung vornehmen: zum einen wurden in Gymnasien Dramen von Lohenstein oder Gryphius aufgef\u00fchrt, die mit  ihren komplexen Texten und Versen nicht leicht verst\u00e4ndlich waren; zum anderen gab es noch das Schuldrama im eigentlichen Sinne. Solche Dramen  wurden eigens f\u00fcr die Schule geschrieben, um die Sch\u00fcler in ihrer ethischen und religi\u00f6sen Bildung zu f\u00f6rdern. Ein krasser Unterschied besteht im Schuldrama gegen\u00fcber anderen Theaterformen: die St\u00e4ndeklausel verlor ihre Bedeutung, komische und tragische Elemente waren in einem  Drama miteinander verbunden. Einer der wichtigsten Schuldramaturgen war Christian Weis. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Oper<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Im Barock entstand aus dem Kunstdrama die Oper. Um 1600 wurde in Italien die erste Oper geschrieben. Sie war eine Zusammensetzung aus einem  Kunstdrama und  Musik. Die Rolle der Musik bei einer Auff\u00fchrung eines  Kunstdramas nahm weiterhin zu, bis die erste Oper entstand: <em>Dafne<\/em>  von Octavio Rinuccini. Diese wurde von Martin Opitz und Heinrich Sch\u00fctz  \u00fcbersetzt und nach etwa 30 Jahren nach Entstehung des italienischen  Originals in Deutschland zum ersten Mal aufgef\u00fchrt. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Kom\u00f6die<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">W\u00e4hrend die Trag\u00f6die von Protagonisten h\u00f6herer St\u00e4nde schildert, geht es  in der Kom\u00f6die um Menschen der niederen St\u00e4nde. Der Hof stellt in der  Trag\u00f6die den zentralen Ort der Handlung dar, in der Kom\u00f6die aber  verk\u00f6rpert er die gesellschaftlichen Normen und steht somit im Gegensatz  zu den sich fehlverhaltenden Personen der unteren Schichten. Der  Widerspruch zwischen dem Fehlverhalten und der gesellschaftlichen Norm  ist das Komische an sich. Die Funktion der Kom\u00f6die ist die Belustigung der oberen Schichten und diese sehen darin eine Best\u00e4tigung ihrer  Weltanschauung. Ber\u00fchmte deutsche Kom\u00f6dien sind <em>Horribilicribrifax<\/em> und <em>Peter Squentz<\/em> von Andreas Gryphius. <\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Die Prosa im Barock<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Die Prosa im Barock hatte eine Vielzahl an Formen: vorherrschend waren  vor allem Reisebeschreibungen, Predigten, wissenschaftliche und  journalistische Werke &#8211; also die nichtfiktionale Literatur &#8211; und daneben  die bestehenden literarischen Gattungen wie Roman, Schwank, Satire, Spr\u00fcche und andere Erz\u00e4hlformen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Der Barockroman<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Barockroman unterteilt sich in drei wesentliche Gattungen: der  h\u00f6fisch-historische Roman, der Sch\u00e4ferroman und der niedere Roman, zu  welchem der Schelmenroman (oder Pikaroroman) geh\u00f6rt. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Der h\u00f6fisch-historische Roman<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Eigene deutsche h\u00f6fisch-historische Romane erschienen erst im Sp\u00e4tbarock. Im Fr\u00fchbarock wurden viele europ\u00e4ische Romane ins Deutsche \u00fcbersetzt. H\u00f6fisch-historische Romane wurden von h\u00f6fischen oder hochangesehenen b\u00fcrgerlichen Dichtern verfasst. Au\u00dferdem orientierten sich die Romane am absolutistischen Herrschaftsbild der Zeit. Auch historische Romane handeln von dem Wirken absolutistischer F\u00fcrsten. Der h\u00f6fisch-historische Roman war kompliziert und verwirrend in seinem Aufbau, waren doch die sich \u00fcberschneidenden Lebensgeschichten der handelnden Personen kaum noch zu \u00dcberblicken. Oft kam es vor, dass solch ein Roman auch einige B\u00e4nde einnahm. Aus dem h\u00f6fisch-historischen Roman entwickelte sich sp\u00e4ter der Galante Roman, der formal seinem Vorg\u00e4nger  noch sehr \u00e4hnelte, inhaltlich aber Liebesthemen in den Mittelpunkt r\u00fcckte. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Der Sch\u00e4ferroman<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">W\u00e4hrend sich der h\u00f6fisch-historische Roman aus \u00dcbersetzungen  europ\u00e4ischer Romane entwickelte, entstanden deutsche Sch\u00e4ferromane aus  eigenst\u00e4ndigen kleinen Romanen, deren Themen pers\u00f6nliche Liebeskonflikte waren. Nur selten wurden gro\u00dfe Sch\u00e4ferromane verfasst. Ein ber\u00fchmter Sch\u00e4ferroman ist <em>Die Kunst- und Tugend-gezierte Macarie<\/em> von Heinrich Arnold Stockfleth und Maria Katharina Stockfleth. <\/p>\n\n\n\n<h5 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Der Niedere Roman<\/h5>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Der Niedere Roman unterscheidet sich sehr vom h\u00f6fisch-historischen  Roman. Die Hauptpersonen im Niederen Roman kommen aus den unteren  Gesellschaftsschichten, beim h\u00f6fisch-historischen Roman aus den oberen.<br>Im Schelmen- oder Pikaroroman stammte der Held aus niederen sozialen  Verh\u00e4ltnissen. Die Welt wird von unten, aus einem niederen Stand,  betrachtet; die Hauptpersonen sind meist Unterdr\u00fcckte. Die meisten  Schelmenromane bauen sich aus einer fiktiven Autobiographie auf, so auch  im <em>Simplicissimus<\/em> von Grimmelshausen. Im Pikaroroman ist die  r\u00fcckblendende Erz\u00e4hlweise vorherrschend und steht damit in Kontrast zum h\u00f6fisch-historischen Roman. Der Schelmenroman ist gepr\u00e4gt von  satirischen Elementen und wendet sich dadurch von der klassizistischen  Romanstruktur ab.<br>Eine weitere Gattung des Niederen Romans ist der Politische Roman.  Dieser setzte sich erst im Sp\u00e4tbarock durch und trug lehrhafte und fr\u00fche  aufkl\u00e4rerische Tendenzen. Politische Romane zielten auf  Erfahrungssammlung und Selbsterkenntnis des Menschen in seiner Welt.<br>Auch Abenteuerromane geh\u00f6rten dem Niederen Roman an. Der ber\u00fchmteste deutsche Vertreter dieser Gattung ist Johann Gottfried Schnabel mit seinem Werk <em>Insel Felsenburg<\/em>, das dem Buch <em>Robinson Crusoe<\/em> von Daniel Defoe sehr \u00e4hnelt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Literarische Formen<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Sonett:<\/strong><br>Das Sonett ist eine Lyrikform bestehend aus 14 Zeilen. Diese lassen sich in zwei Quartette und in zwei Terzette unterteilen. Die Versform der Sonette ist der Alexandriner (6 Hebungen). Der wohl bekannteste  Sonettdichter des Barock war Andreas Gryphius. <\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-text-align-center has-very-dark-gray-color\">Beispiel: <strong>Thr\u00e4nen des Vaterlandes<\/strong> &#8211; Andreas Gryphius <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Wir sind doch nunmehr gantz \/ ja mehr denn gantz verheeret!<br>Der frechen V\u00f6lcker Schaar \/ die rasende Posaun<br>Das vom Blutt fette Schwerdt \/ die donnernde Carthaun \/<br>Hat aller Schwei\u00df \/ und Flei\u00df \/ und Vorrath auffgezehret.<br>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p><p>Die T\u00fcrme stehn in Glutt \/ die Kirch ist umgekehret.<br>Das Rathau\u00df ligt im Grau\u00df \/ die Starcken sind zerhaun \/<br>Die Jungfern sind gesch\u00e4nd&#8217;t \/ und wo wir hin nur schaun<br>Ist Feuer \/ Pest und Tod \/ der Hertz und Geist durchf\u00e4hret. <br> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; <\/p><p>Hir durch die Schantz und Stadt \/ rinnt allzeit frisches Blutt.<br>Dreymal sind schon sechs Jahr \/ als unser Str\u00f6me Flutt \/<br>Von Leichen fast verstopfft \/ sich langsam fort gedrungen. <br> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; <\/p><p>Doch schweig ich noch von dem \/ was \u00e4rger als der Tod \/<br>Was grimmer denn die Pest \/ und Glutt und Hungersnoth \/<br>Das auch der Seelen Schatz \/ so vilen abgezwungen. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Emblem:<\/strong><br>Das Emblem setzt sich aus einem Bild und Text zusammen und ist in drei  Teile untergliedert: die \u00dcberschrift, das Motto (inscriptio), das Bild (pictura) und die Bildunterschrift (subscriptio). <\/li><li><strong>Epigramm:<\/strong><br>Das Epigramm ist eine oft lustige literarische Kurzform, die in Versen  geschrieben ist. Der bedeutendste Epigrammatiker war Angelus Silesius mit seinem Hauptwerk, dem Cherubinischen Wandersmann. <\/li><li><strong>Jesuitendrama:<\/strong><br>Das Jesuitendrama ist eine Theaterform des Jesuitenordens. Es wurden meist biblische  Stoffe behandelt. Der Hauptvertreter des Jesuitendramas ist Jakob  Bidermann. Das Jesuitendrama ist das Bindeglied zwischen lateinischem  Humanistendrama und dem barocken Trauerspiel. <\/li><li><strong>Sch\u00e4ferdichtung:<\/strong><br>Die Sch\u00e4ferdichtung ist eine Dichtungsform, die ein unwirkliches Bild vom Leben eines Hirten  berichtet. Sie existierte schon im 3. Jahrhundert v. Chr., wurde aber erst im Barock auch in Deutschland angewendet. <\/li><li><strong>Kirchenlied<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Vertreter<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Johann Valentin Andreae (1586-1654) <\/li><li>Jakob Bidermann (1578-1639)<\/li><li>Sigmund von Birken (1626-1681) <\/li><li>Jakob B\u00f6hme (1575-1624)<\/li><li>Anton Ulrich von Braunschweig (1633-1714)<\/li><li>Paul Fleming (1609-1640)<\/li><li>Paul Gerhardt (1607-1676)<\/li><li>Catharina Regina von Greiffenberg (1633-1694) <\/li><li>Johann  Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1622-1676)<\/li><li>Andreas Gryphius (1616-1664)<\/li><li>Georg Philipp Harsd\u00f6rffer (1607-1658)<\/li><li>Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau (1616-1679)<\/li><li>Friedrich Spee von Langenfeld (1591-1635)<\/li><li>Friedrich Freiherr von Logau (1604-1655)<\/li><li>Daniel Casper von Lohenstein (1635-1683)<\/li><li>Johann Michael Moscherosch (1601-1669)<\/li><li>Martin Opitz (1597-1639)<\/li><li>Johann Rist (1607-1667)<\/li><li>Justus Georg Schottelius (1612-1676) <\/li><li>Angelus Silesius (Johann Scheffler) (1624-1677)<\/li><li>Georg Rudolf Weckherlin (1584-1653)<\/li><li>Christian Weise (1642-1708)<\/li><li>Diederich von dem Werder (1584-1657) <\/li><li>Philipp von Zesen (1619-1689)<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Werke<\/h2>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Cenodoxus (1602) &#8211; Bidermann<\/li><li>Oden und Ges\u00e4nge (1618\/19) &#8211; Weckherlin<\/li><li>Buch von der Deutschen Poeterey (1624) &#8211; Opitz<\/li><li>Dafne (1627) &#8211; Opitz<\/li><li>Sch\u00e4ferei von der Nymphen Hercinie (1630) &#8211; Opitz<\/li><li>Trostgedichte in Widerw\u00e4rtigkeit des Kriegs (1633) &#8211; Opitz<\/li><li>Sonn- und Feiertagssonette (1639) &#8211; Gryphius<\/li><li>Wunderliche und wahrhaftige Geschichte Philanders von Sittewald (1640-43) &#8211; Moscherosch<\/li><li>Deutsches Helicon (1640\/41) &#8211; Zesen<\/li><li>Deutsche Vers- und Reimkunst (1645) &#8211; Schottelius<\/li><li>Ritterholds von Blauen Adriatische Rosemund (1645) &#8211; Zesen<\/li><li>Teutschen Poemata (1646) &#8211; Fleming<\/li><li>Das Friede w\u00fcnschende Teutschland (1647) &#8211; Rist<\/li><li>Poetischer Trichter (1647-53) &#8211; Harsd\u00f6rffer<\/li><li>Leo Armenius oder F\u00fcrstenmord (1650) &#8211; Gryphius<\/li><li>Ibrahim (1650) &#8211; Lohenstein<\/li><li>Catharina von Georgien oder Bew\u00e4hrte Best\u00e4ndigkeit (1651) &#8211; Gryphius<\/li><li>Deutscher Sinn-Gedichte drey Tausend (1654) &#8211; Logau<\/li><li>Carolus Stuardus oder Ermordete Majest\u00e4t (1657) &#8211; Gryphius<\/li><li>Cardenio und Celinde oder Ungl\u00fccklich Verliebte (1657) &#8211; Gryphius<\/li><li>Cherubinischer Wandersmann (1657) &#8211; Angelus Silesius<\/li><li>Herr Peter Squenz oder Absurda Comica (1658)- Gryphius<\/li><li>Cleopatra (1661) &#8211; Lohenstein<\/li><li>Horribilicribrifax (1663) &#8211; Gryphius<\/li><li>Anleitung zur deutschen Poeterei (1665) &#8211; Buchner<\/li><li>Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch (1669) &#8211; Grimmelshausen<\/li><li>Der teutsche Bauer &#8211; Grimmelshausen<\/li><li>Deutsche Rede-, Bind- und Dichtkunst (1679) &#8211; Birken<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Zusammenfassung<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Inhaltliche Merkmale<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kriegserfahrung pr\u00e4gt antithetische Grundstimmung zwischen <em>carpe diem<\/em> (Genuss- und Lebensgier) und der Orientierung an ewigen Werten (<em>momento mori<\/em>)<\/li><li>Verg\u00e4nglichkeit alles Irdischen (vantias-Gedanke)<\/li><li>Entstehung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache<\/li><li>\u00dcbertreibung und Schwulst<\/li><li>Satire (z. B. Grimmelshausen) als Mittel zur Auseinandersetzung mit der Realit\u00e4t<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Hauptvertreter und Werke<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Andreas Gryphius (1616-1664): Sonette<\/li><li>Martin Opitz (1597-1639): Buch von der Teutschen Poeterey<\/li><li>Hoffmann von Hoffmannswaldau (1617-1679): Lyrik<\/li><li>Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen (1621-1676): Der abenteuerliche Simplicissimus<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"has-very-dark-gray-color has-text-color wp-block-heading\">Formale Merkmale<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sonett<\/li><li>Schelmenroman<\/li><li>Antithetik als Strukturprinzip<\/li><li>Erlebnislyrik<\/li><li>Kirchenlied<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"has-text-color has-very-dark-gray-color\">Solltet ihr Fragen zum Blogartikel haben, schreibt sie uns einfach in die Kommentare und wir werden euch diese schnellstm\u00f6glich beantworten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Inhalt Begriff Weltbild Historischer Hintergrund Die Barockdichtung Reform der deutschen Dichtung Motive der Barockdichtung Lyrik im Barock Figurengedichte Liebeslyrik Die Sonettdichtung des Andreas Gryphius Kirchenlied Epigramme Lyrik im Sp\u00e4tbarock &#8211; Hoffmannswaldau Wandel in der Barocklyrik Das Theater im Barock Das Jesuitendrama Deutsches Kunstdrama Schuldrama Oper Kom\u00f6die Die Prosa im Barock Der Barockroman Der h\u00f6fisch-historische Roman [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":495,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_et_pb_use_builder":"","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"categories":[3],"tags":[46,14],"class_list":["post-493","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-literaturgeschichte","tag-barock","tag-literaturepochen"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v24.8.1 - 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